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© 2019 Österreichisch-Japanische Gesellschaft

CLOSE-KNIT

Montag, 2. Oktober 2017

Karera ga Honki de Amu toki wa

彼らが本気で編むときは

Japan 2017, 127 min.

REGIE

Naoko OGIGAMI

DREHBUCH

Naoko OGIGAMI

DARSTELLER

Toma IKUTA

Rinka KAKIHARA

Kenta KIRITANI

Eiko KOIKE

Close-Knit lief heuer bei den Filmfestspielen in Berlin und erhielt dort den Teddy Jury Preis und den Panorama Publikums Preis. Ebenso erhielt er den Publikumspreis beim Far East Festival in Udine und den Publikumspreis beim New York Asian Film Festival. Beim Tel Aviv LGBT Festival wurde er mit dem Best Narrative Feature Award ausgezeichnet.

Es ist nicht das erste Mal, dass die 11-jährige Tomo an der Arbeitsstätte ihres Onkels Makio auftaucht und um Hilfe ansucht. Ihre Mutter scheint dieser Rolle nicht gewachsen zu sein oder zumindest die Aufgaben einer Alleinerzieherin sehr frei zu interpretieren. Sehr zu Lasten der kleinen Tomo-chan, die, vielfach auf sich selbst gestellt, sich nur von Onigiri Reisecken aus dem Konbini-Supermarkt ernährt, umgeben von den Resten der jeweiligen Nacht, die ihre Mutter so durchgemacht hat. Onkel Makio beschließt daraufhin, die Sache diesmal in die eigene Hand zu nehmen und bietet Tomo an, vorübergehend bei sich und seiner Lebensgefährtin einzuziehen. 

Beim ersten Aufeinandertreffen merkt Tomo bereits, dass die neue Situation einiges an Ungewöhnlichem mit sich bringt, handelt es sich doch bei Rinko, der neuen Partnerin ihres Onkels, um eine transsexuelle Frau. Die anfänglichen Berührungsängste zu dieser schwinden bald. Rinko ist von berührender Sanftmut, kümmert sich mit hingebungsvoller Fürsorge um Tomo und erzeugt für sie erstmalig das ungekannte Gefühl warmherziger Geborgenheit, so etwas wie ein ideales Familienleben. Das Idyll gerät freilich bald ins Wanken, die Außenwelt steht der frei geschaffenen Familie nicht so positiv gegenüber. Die Attacken der Vertreter der Normalität, seien das nun Eltern von MitschülerInnen oder die staatliche Fürsorgeorganisation, setzen die neu bezogenen Rollen stark unter Druck und schließlich gibt es ja noch die echte Mutter, die ihr Kind zurückfordert.

Für Regisseurin Naoko Ogigami stellt der Film den Beginn einer neuen Phase in ihrem Schaffen dar. Nach dem Erfolg ihres unwiderstehlich sympathischen Films Rent-A-Cat (2012) setzt sie sich hier mit einem in Japan weitgehend unberührten Thema auseinander und stellt eine transgender Frau in den Mittelpunkt, deren sanfte, zurückhaltende Ausstrahlung niemals von ihrer Entschlossenheit ihren Weg zu gehen, ablenken soll.