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© 2019 Österreichisch-Japanische Gesellschaft

DESTRUCTION BABIES

Dienstag, 3. Oktober 2017

Disutorakushon beibîzu

ディストラクション・ベイビーズ

Japan 2016, 107 min.

REGIE

Tetsuya MARIKO

DREHBUCH

Tetsuya MARIKO

Kohei KIYASU

DARSTELLER

Yûya YAGIRA

Masaki SUDA

Nana KOMATSU

Nijirô MURAKAMI

Destruction Babies ist der bereits sechste Spielfilm des  Regisseurs  Tetsuya Mariko und sein erfolgreichster. Der Film wurde in Locarno mit einem Regiepreis ausgezeichnet, auch in Japan  erhielt er den Preis als bester Film bei den Professional Movie Awards 2017 und beim renom-mierten Kinema Junpo Award erhielt der junge Hauptdarsteller Yuya Yadira den Preis als bester Darsteller.

Der 18-jährige Taira, bereits als Troublemaker verschrien, verschwindet eines Tages von Zuhause, auch seine Familie weiß nichts über seinen Verbleib. Unerkannt taucht er in der nächstgelegenen Großstadt wieder auf und zieht dort durch die Straßen, nichts im Sinn als sinnlose Gewalt. Wer ihm im Weg steht, wird ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit niedergeprügelt, provokant attackiert er sogar Gruppen, denen gegenüber er chancenlos ist, und wird oft bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen.

Fasziniert von dieser unberechenbaren Gewalt und dem Gefühl der Unbesiegbarkeit, das mit dieser einhergeht, begleitet ihn der jugendliche Yuya auf seinen destruktiven Ausflügen, stachelt ihn noch zusätzlich an, während er alles per Handykamera festhält. Die Angriffe werden heftiger, die Opfer schwächer, der Rausch stärker, die erzeugte Atmosphäre grauenvoller. Selbst die Medien nehmen nun Notiz von der zerstörerischen Spur, die die beiden hinterlassen.

Schweigende Gewalt, ohne erkenntliches Ziel, ohne nachvollziehbaren Grund, gerichtet gegen zufällig Anwesende. Das Leid, das man zufügt, ist gleichermaßen erfüllend, wie der Schmerz, den man bereitwillig aufnimmt. Das verschwollene Gesicht als Trophäe und als Warnung vor den Dingen, die unausweichlich folgen. Keine Fight Club Romantik, sondern in ihrer Sinnlosigkeit als ungemein bedrohlich empfundene Ausbrüche von Brutalität. Keine Mitteilungsversuche des stillen Protagonisten sollen den Zusehenden helfen, die repetitiven Gewaltakte zu verstehen und sie in ein beruhigendes Schema einzuordnen oder sie vielleicht sogar als befreiend zu empfinden. In seinem Nihilismus sehr an die Shochiku Filme der beginnenden 60er Jahre erinnernd, versucht Regisseur Mariko die Unappetitlichkeit der gezeigten Handlungen für den Zuschauer spürbar zu machen.

 

Destruction Babies ist ein im japanischen Gegenwartskino herausragender Film, der sich wohligen Erläuterungen widersetzt und sich nicht scheut, seine Zuschauer ratlos zurückzulassen, sicher aber nicht diskussionslos.