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© 2019 Österreichisch-Japanische Gesellschaft

STRAY DOG

Dienstag, 3. Oktober 2017

Nora inu

野良犬

Japan 1949, 122 min.

REGIE

Akira KUROSAWA

DREHBUCH

Ryûzô KIKUSHIMA

Akira KUROSAWA

DARSTELLER

Toshirô MIFUNE

Takashi SHIMURA

Keiko AWAJI

Eiko MIYOSHI

International zum Zeitpunkt seines Erscheinens noch nicht wahrgenommen, konnte der Film beim wichtigen japanischen Filmpreis Mainichi Film Concours bereits vier Auszeichnungen erhal-ten, darunter Bester Darsteller. 

Tokyo, späte 40er Jahre. Es ist heiß, brütend heiß. Der junge Mifune als Cop, Detective Murakami, knapp nach der Ausbildung. Ihm passiert das Peinlichste was einem Polizisten widerfahren kann: Er lässt sich im vollbesetzten Autobus seine Dienstwaffe stehlen, einen Colt. Wahrscheinlich Taschendiebe, Kleinkriminelle, die sich durch Verkauf und Verleih von Waffen ein Kleingeld verdienen. Alleine macht er sich auf die Suche, streunt durch die engen Viertel des schwitzend-heißen Nachkriegs-Tokyo. Holzhütten statt Leuchtreklame, Bettler, Ganoven, Prostituierte prägen das Bild. Man lacht ihn aus, “Amateur” wird er genannt, aber sein erster Zugriff ist erfolgversprechend.

Der erfahrene Kommissar Sato nimmt sich der verzwickten Sache und unseres jungen Helden an: er glaubt an ihn, ist von seinem Eifer angetan. Zusammen begeben sie sich auf die Jagd nach einem weit größeren Gangster. 

 

Der frühe Kurosawa (etwa ein Jahr, bevor ihm mit Rashomon internationale Anerkennung zuteil wurde) besticht durch die atmosphärische Darstellung der ärmeren Viertel von Japans Hauptstadt so kurz nach dem Krieg. Durch die Betonung auf Enge, Hitze und Schweiß entsteht ein extrem dichter, spannender Cop-Thriller mit Anleihen an frühe US Noir-Filme. Der von der Furcht zu Scheitern gehetzte Mifune verleiht dem Film seine rastlose Energie, gepaart mit dieser instinktiven Coolness, dem stillen Charisma, das nur darauf wartet, sich im rechten Moment entfalten zu können.