AFTER THE SUNSET
AFTER THE SUNSET
AFTER THE SUNSET
VERANSTALTET VON DER ÖSTERREICHISCH-JAPANISCHEN GESELLSCHAFT
MARGARETENSTRASSE 78, 1050 WIEN
OKTOBER
8 – 15, 2026
RAHMENPROGRAMM JAPAN
EINTRITT FREI
Konzert: THE THIRD KIJIMUNA
Montag, 12. Oktober, 16:00 Uhr
FILMCASINO

Das Duo The Third Kijimuna (Sigrid Hofmeister und Isabelle Prochaska) führt musikalisch durch die südlichste Präfektur Japans – Okinawa. Was ein Kijimuna ist? Kijimuna sind Kobolde, die – so sagt man – auf Bäumen leben. Sie haben rote Haare, sind immer für Späße bereit und lieben Fische, vor allem Fischaugen. Mit traditionellen Liedern, wienerisch gewürzten Lovesongs und Klassikern erzählen die beiden vom Leben auf Okinawa. Ihr Instrument hat eine besondere Stellung als Medium

für Kulturtradierung, Austausch und Friedensaktivitäten. Die dreisaitige Sanshin war und ist den Menschen auf Okinawa ein verlässlicher Begleiter, in schwierigen Zeiten und beim ausgelassenen Feiern. Sa yui yui!
Konzert im Filmcasino.
Veranstaltet von Sigrid Hofmeister und Isabelle Prochaska
THE MAKING OF A JAPANESE GHOST
Vortrag von Tom MES
Dienstag, 13. Oktober, 17:00 Uhr
FILMCASINO

The Making of a Japanese Ghost
Sadako, Kayako and other long-haired ghosts of J-horror have become icons of world cinema, copied and remade countless times, in Japan and around the world. When film scholars talk about he origins of these ghosts, they usually point to the female spectres of the kaidan, Japan's traditional ghost stories, which come from the kabuki theatre and folk tales. But as Tom Mes, renowned specialist of Japanese film, will demonstrate in this talk, the roots of Japan's cinematic ghosts go back to more surprising - and much more international - places.
Vortrag von Tom Mes im Filmcasino in englischer Sprache

Tom Mes, author of
FRIGHTFEST GUIDE: JAPANESE HORROR MOVIES
YUFU SHOHAKU: Bamboo Artist
Dienstag, 13. Oktober, 18:00 Uhr
HABARI

Zum Auftakt unserer Ausstellungsreihe Bambuskunst im HABARI Jubiläumsjahr 2027 stellen wir nun schon einen der bedeutendsten Bambuskünstler Japans vor: Yufu Shohaku
Yufu Shohaku, der 84-jährige Bamboo-Meister, wurde in den
60ziger Jahren vom größten Sammler japanischer Bambuskunst,
Lloyd Cotsen, in den USA vorgestellt.
Wir zeigen eines seiner Meisterwerke exklusiv im
HABARI Japan Corner.
Ort: HABARI Japan Design Corner,
Wien 7., Neubaugasse 34 Zeit: Dienstag, 13.10.2026, 18:00 - 18:30 Uhr
Kurzvortrag mit Einführung in die Bamboo Art Japans
Eintritt frei. Keine Anmeldung erforderlich

VON ASKESE BIS TOURISMUS:
Pilgern in Japan einst und heute.
Mittwoch, 14. Oktober, 16:30 Uhr
FILMCASINO

Vortrag von Bernhard Scheid
Der Vortrag widmet sich zunächst der Person des Mönchs Kūkai (774–835), in dessen Andenken die vielleicht berühmteste Pilgerroute Japans, die 88 Tempel von Shikoku, unternommen wird. Kūkai gilt als Pionier der Japanisierung des Buddhismus, was auch die buddhistische Einbindung der einheimischen Gottheiten, der Kami, mit einschließt. Zu dieser Japanisierung passt es auch, dass buddhistische Formen des Pilgerns in der Frühmoderne auf Japans bedeutendstes Shintō-Heiligtum, die Schreinanlage von Ise, übertragen wurden. Schon in der Edo-Zeit entwickelten sich Pilgerfahrten nach Ise zu einer Frühform des japanischen Tourismus.
Daneben existieren bis heute buddhistische Pilgerrouten, bei denen Askese und die Befreiung von den Zwängen des Alltags im Vordergrund stehen. All das hat weltweit und nicht zuletzt im Christentum Parallelen, doch scheint eine Besonderheit des japanischen Pilgerwesens darin zu bestehen, dass die Routen kreisförmig entlang prinzipiell gleichrangiger Stationen angelegt sind und nur in Ausnahmefällen einen privilegierten Ort als „Ziel“ besitzen. Allen Tendenzen zur Säkularisierung zum Trotz erfreuen sich diese meditativen Rundreisen auch in der heutigen japanischen Gesellschaft großer Beliebtheit.
Vortrag im Filmcasino.

Bernhard Scheid © Mine Scheid-Katayama, 2017.
Bernhard Scheid ist emeritierter Senior Scientist der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Lektor an der Universität Wien. Sein Online-Handbuch Religion-in-Japan (religion-in-japan.univie.ac.at/Handbuch), in dem auch die Themen des Vortrags nachgelesen werden können, ist eine der bekanntesten Ressourcen zu diesem Thema im deutschsprachigen Sprachraum.
Foto: Ian Reader, Nanzan Institute for Religion and Culture, Photo Archive on Japanese Religions

Überfahrt des Mönchs Kūkai mit einer offiziellen, kaiserlichen Delegation von Japan nach China im Jahr 804. Aus Kōya Daishi gyōjō zue (Illustrierte Biographie des Lehrers von [Berg] Kōya), Rolle 2 von 3, Berg Kōya, Jizō-in. Quelle: Priest Kukai and Sacred Treasures of Mount Koya (Ausstellungskatalog). Hokkaido Shinbun Press, 2006, S. 45, Abb. 14-1.

Pilgerandrang am Ise-Schrein: Werk von Utagawa Kunisada (Toyokuni III, 1786–1865), Edo-Zeit, 1834. Bildquelle: Waseda University Library.
