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Japannual 2020 Info

Der schrittweisen Ausdehnung der Japanischen Filmtage in Wien, Japannual 2020, wurde in ihrem vierten Erscheinen durch die allgemein bekannten Umstände eine deutliche, hoffentlich nur vorübergehende Grenze gesetzt. Wir wollen uns davon aber nicht demotivieren lassen und bringen erneut das Wichtigste und Schönste des japanischen Filmjahres auf die Kinoleinwand des Wiener Filmcasinos. Freilich, Gäste aus Japan werden wir in diesem Jahr keine erwarten können, die Budgetkürzungen, Sponsoren- und Förderungseinbußen haben Spuren hinterlassen, dennoch, und gerade wegen der größeren Herausforderungen, sind wir stolz, den gewohnten Überblick über die Kinolandschaft Japans in all ihrer Breite liefern zu können.

 

Der diesjährige Eröffnungsfilm ist mit After The Sunset ein dramatischer Einblick in unterschiedliche Konzepte von Mutterschaft, angesiedelt in einem japanischen Fischerdorf. Die beiden Hauptdarstellerinnen Shihori KANJIYA und Maho YAMADA glänzen unter der Regie von Michio KOSHIKAWA und stellen sich mutig und offen den bitteren Fragen, die der Film aufwirft. 

 

Erneut bemühen wir uns, etwas genauer den weiblichen Stimmen des japanischen Kinos zuzuhören und bekommen oft überraschende Antworten. So ist abgesehen vom Rollenverhältnis vor allem Sexualität ein Thema, das japanische Filmemacherinnen in diesem Jahr zu interessieren scheint. In Romance Doll beobachtet Regisseurin Yuki TANADA Frauen als Puppen, in No Longer Human widmet sich Mika NINAGAWA den Frauen, die als Musen um den zentralen Charakter des Schriftstellers Osamu DAZAI fungieren, Yukiko MISHIMA sieht in Shape Of Red Sex als das wesentliche Mittel zu Befreiung und in ihrem Dokumentarfilm Zero As You Are vermittelt Miyuki TOKOI einen sehr persönlichen Einblick in die Transgender Diskussion in Japan.

 

Es wären nicht die japanischen Filmtage, wenn nicht auch wieder Gewalt, vor allem als Ventil, und der gesellschaftliche Umgang damit, im Zentrum so mancher Filme stehen würde. The Gun 2020 ist ein Remake desselben Regisseurs seines Films The Gun, den wir letztes Jahr im Programm hatten, diesmal mit einer Frau in der Hauptrolle. In Roar werden gegen Geld Menschen verprügelt und in Miyamoto lernen wir extreme Gewalt als Wiedergutmachungsversuch kennen, als verzweifelten Schrei nach Vergebung. Dass die Aufarbeitung von erlittener Gewalt über Generationen gehen kann, zeigt uns, geradeaus rückwärts marschierend, Regisseur Anshul CHAUHAN in seinem außergewöhnlichen Werk Kontora.

 

Als hätte uns 2020 den Glauben an das Phantastische genommen, bleibt selbst der heurige Anime Seven Days War am Boden der Realität und zeigt eine politisch korrekte Teenie Rebellion, ein hoffnungsvolles Action Abenteuer für Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Toleranz.

 

Der kleine Blick zurück in die Filmgeschichte Japans, den wir uns jedes Jahr erlauben, musste diesmal noch kleiner ausfallen und zum 50. Todestag des Autors Yukio MISHIMA zeigen wir Paul Schraders Meisterwerk Mishima: A Life In Four Chapters, das sich mit Leben, Tod und Werk dieser überaus vielschichtigen Figur auseinandersetzt. Ein anderen Bad Boy ist mit Kenji ŌNISHI vertreten, von ihm sehen wir zwei Kurzfilme.

 

Die Zusammenarbeit mit /slash Filmfestival ermöglicht es uns, die herausragendste japanische Regiearbeit des laufenden Jahres im Rahmen von /slash zu präsentieren. Labyrinth of Cinema ist das letzte Werk des Regiealtmeisters Nobuhiko ŌBAYASHI, bevor er im Frühjahr verstarb und kann als würdiger Abschluss eines Lebens im Dienste des Kinos verstanden werden.

 

Durch unser höchst eigenes cinematisches Labyrinth wünschen wir Ihnen einen aufrechten Gang und hoffen, dass sie öfters einmal Halt machen und sich auch den versteckteren Gängen in der verwinkelten Filmlandschaft Japans widmen,

 

Ihr Team von JAPANNUAL

Ticket Info

Die Tickets für Japannual können Sie über die Reservierungs-Website des Filmcasinos reservieren und direkt an der Kassa erwerben. Die Kassa eröffnet während des Festivals 1 Stunde vor der ersten Vorstellung. 

BITTE BEACHTEN SIE DIE COVID-19 MASSNAHMEN!

Darüberhinaus empfehlen wir, Masken auch während des Films aufzubehalten. Formulare zum Contact Tracing liegen an der Kassa auf.

Preise

Einzelticket: € 8,- (bei Kauf online € 8,50)

Ermäßigte Tickets: € 7,- (Ö1-Club, StudentInnen)

ÖJG Mitglieder / Filmcasino Clubkarte: € 6,50

Festival Pass: € 65,-

Der Pass berechtigt zum Besuch aller Vorstellungen von Japannual 2020. Pässe können nur über film@japannual.at reserviert werden und ab 1. Oktober bei unserem Hospitality Desk im Filmcasino abgeholt werden. Die Tickets für die Vorstellungen müssen am selben Tag und bis spät. 30 Min. vor Beginn der entspr. Vorstellung abgeholt werden (keine gesonderte Reservierung notwendig). 

Tel 01 5879062 Margaretenstraße 78, 1050 Wien

ÖJG Info

Die ÖJG ist eine Plattform für alle, die sich in Österreich mit Japan-Themen befassen, zum Beispiel Haiku, Ikebana, Anime/Cosplay, Japanische Kampfkünste, Kalligrafie, Japanische Lebensmittel und Japanisch kochen, Restaurants, Shops, Japanisch lernen u. v. m. – und seit Oktober 2017 eben auch der Japanische Film. Es gibt über solche Grassroots-Bewegungen hinaus auch engen Kontakt zur Japanischen Botschaft, zum Kulturzentrum und zur Außenhandelsstelle JETRO.

Der Erwerb einer Mitgliedschaft bei der ÖJG - als Einzelperson, Verein oder Firma - ist unkompliziert und nicht teuer. Beitrittserklärung siehe letzte Seite unserer Vereinszeitschrift „Brücke“ oder unter www.oejg.org

Japannual bedankt sich bei

Credits

Diethard Leopold, Setsuko Oguma, Noriko Brandl, Georg Illichmann, Roman Ziegler, Peter M. Weber, Elisabeth Noisser, Benedikt Spiegelfeld, Alexandra Faust, 

der Japanischen Botschaft in Österreich

sowie Georg Bauer, Tamara Bijelic, Roland Domenig, Maria L. Felixmüller, Nina Fog, Nahoko Fort-Nishigami, Pamela Gallistl, Ina Hain, Julian Harather, Marie-Christine Hartig, Sophie Hild, Oliver Jiszda, Gerald Knell & Nadine Oucherif & dem Team vom Filmcasino, Markus Keuschnigg, Madeleine Khrewish, Naomi Kondo, Hans Christian Leitich, Wolfgang Mayr, Sophie Neudorfer, Takuro Nozawa, Naoko Sato, Yurika Shima, Claudia Siefen-Leitich, Gregor Turecek, Susanna Wouk, Machi Yamamoto, Sandro E.E. Zanzinger. 

FESTIVALLEITUNG

Ayumi KONDO

Georg SCHNEIDER

PROGRAMMIERUNG

Georg SCHNEIDER

Ayumi KONDO

KURATORIN MISHIMA & ONISHI

Claudia SIEFEN-LEITICH

COMMUNICATIONS

Alexandra FAUST

Yurika SHIMA 

ÜBERSETZUNGEN & JAPANISCHE TEXTE

Yurika SHIMA

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